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Artikel vom 25.01.2019

Kein Mobilfunknetz

Zeubelried ist nur 2 km von Ochsenfurt entfernt, doch in Sachen Mobilfunk ist der kleinste Ochsenfurter Ortsteil von der Außenwelt abgeschnitten. „Wir haben hier überhaupt kein Netz. Dass es so etwas in der heutigen Zeit noch gibt, ist kaum zu glauben“, so Anton Kilian.

Was sich nach „Luxusproblemen“ oder ländlicher Idylle anhört, im stressigen Alltag einfach mal nicht erreichbar zu sein, ist in Wirklichkeit eine Gefahr. Da viele Telefone über das Internet funktionieren, ist bei einem Strom- oder Internetausfall kein Kontakt mehr nach außen möglich. Das könne lebensbedrohlich sein, erläutert Sylvia Neubert. So berichtet ein Zeubelrieder beispielsweise von einer Notfallsituation in der Familie. Gerade in diesem Moment habe das Internet und damit auch das Telefon nicht funktioniert. So musste der Betroffene erst einige hundert Meter laufen, um mit dem Handy den Notarzt zu rufen. „Da geht es im Ernstfall um Menschenleben“, so Sylvia Neubert.

Die Verärgerung im Dorf ist groß. „Das ist eine Katastrophe hier“, ärgert sich Klaus Thorwart, der vor einigen Jahren nach Zeubelried gezogen ist. Er hat sich deshalb schon öfters bei seinem Mobilfunkanbieter beschwert. Ohne Erfolg. Für die Mobilfunkunternehmen lohnt es sich wirtschaftlich nicht, in einem so kleinen Ort zu investieren.

Damit gaben sich die Zeubelrieder nicht zufrieden. Auch deshalb, weil es seit kurzer Zeit vom Freistaat Bayern ein Förderprogramm zum Mobilfunkausbau gibt. Der Freistaat will Kommunen finanziell unterstützen, den Ausbau ihres örtlichen Mobilfunknetzes eigenverantwortlich voranzutreiben. Ziel der Initiative ist es, Mobilfunklücken in Regionen zu schließen, in denen die Mobilfunkbetreiber aus Kostengründen nicht investieren würden. Das Programm fördert dabei 80-90% der Kosten. Dafür müsste die Gemeinde ihr Interesse bekunden und einen Antrag stellen.

Um dem Willen der Zeubelrieder Nachdruck zu verleihen, wurden im kleinen Ort innerhalb von 48 Stunden 119 Unterschriften „Für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Zeubelried“ quer durch alle Altersgruppen gesammelt. Das sind über 75% Befürworter unter den 158 Einwohnern. Es musste schnell gehen: Am 22. Januar ist Sitzung des Haushaltsausschusses und dort soll dann im besten Fall auch ein Posten für den Mobilfunkausbau in Zeubelried berücksichtigt werden.

Sabine Kleinschrodt und Sylvia Neubert haben die Unterschriftenliste stellvertretend für die Zeubelrieder Bürgerinnen und Bürger an Bürgermeister Peter Juks übergeben. Er unterstützt das Vorhaben. Die Stadt will sich nicht nur für den Ortsteil Zeubelried für das Förderprogramm anmelden, sondern auch für Darstadt. „Nun haben wir es schwarz auf weiß, dass sich die große Mehrheit der Zeubelrieder eine bessere Mobilfunkversorgung wünscht. Jetzt können wir entschlossener an die Sache rangehen.“