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Ochsenfurter Faschingszug

Gaudiwurm in Ochsenfurt – die Wurzeln reichen über 25 Jahre zurück!

Im Jahr 1988 zogen seit langer Zeit erstmals wieder  Goßmannsdorfer und Kleinochsenfurter Narren als so genannte „Initialzünder der Wiederbelebung des Ochsenfurter Gaudiumzugs“ am Faschingsdienstag durchs Klingentor zum Rathaus und veranstalteten dort ein buntes Treiben. Ein Beschluss des Stadtrates im Jahr 1989 zur Durchführung des Faschingszuges und die Gewährung von Zuschussmitteln ermöglichte es, diese Veranstaltung zu einer festen Einrichtung in Ochsenfurt werden zu lassen. Hier arbeitete die Stadtverwaltung von Anfang an eng mit den Kulturreferenten zusammen. Auch die finanzielle Unterstützung von Ochsenfurter Unternehmen garantierte und garantiert  bis heute die Durchführung des Faschingszuges. 

So schlängelte sich schon 1989 der nun von der Stadt Ochsenfurt organisierte Gaudiwurm mit 26 Teilnehmern 2 x durch die Altstadt.  Zu Anfang fürchtete man noch die Konkurrenz von Würzburg und veranstaltete den Umzug in Ochsenfurt  deshalb wiederum am Dienstag, obwohl dies aufgrund der ebenfalls am Dienstag durchgeführten  Umzüge in den einzelnen Ortsteilen (z.B. Goßmannsdorf) nicht so günstig war. Aber bereits ab 1990 war man dann so mutig und legte die Veranstaltung auf den Faschingssonntag; auch die Startzeit wurde vorverlegt  auf 13.30 Uhr, was bis heute so geblieben ist.

Ein einziges Mal wurde der Faschingszug abgesagt: im Jahr 1991 erschien der Stadt Ochsenfurt „närrisches Treiben“  angesichts des bitterernsten Golfkrieges unangebracht. Ansonsten führte man die Veranstaltung - selbst bei Wind, eisigen Temperaturen, Schnee & Regen -  jedes Mal durch.

Anfangs versuchte man mit einem vorherigen Rahmenprogramm am Marktplatz die Leute in Stimmung zu bringen (Gardetänze etc.) oder auch nach dem Umzug am Marktplatz zu halten (Kostümprämierungen), aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Leute gezielt zum Faschingszug kommen und sich danach in den Ochsenfurter Gaststätten oder privat zum Weiterfeiern treffen.Der Kinderfasching in der TVO-Halle hat dagegen eine lange Tradition und ist in all den Jahren bis auf die heutige Zeit gut angenommen worden. Auch die Moderatoren haben sich bewährt: Anfangs war es Siegfried Hermann, der mit launigen Sprüchen und Kommentaren zu den einzelnen Gruppen die Leute zum Mitsingen, Schunkeln und Helau-Rufen anspornte, dann war es Hans Günter, der  auch in diesem Jahr wieder den Zug kommentieren wird. In den frühen 90er Jahren gab einmal der jetzige Stadtrat Herbert Gransitzki mit seinem Bruder ein kurzes Gastspiel als Moderator. Auch der Sprecher eines regionalen Radiosenders hatte sich in den Anfangsjahren einmal versucht.

Schon in den 90er Jahren konnte Ochsenfurt Gäste aus den benachbarten Gemeinden als Teilnehmer begrüßen, kontinuierlich kamen immer mehr Faschingsfreunde aus dem Umland dazu, die die Gelegenheit nutzten, ihre Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen nicht nur bei den Umzügen in den Heimatgemeinden am Dienstag zu präsentieren, sondern sie am Sonntag in Ochsenfurt einem großen Publikum – das ebenfalls von Jahr zu Jahr wächst - zu zeigen. Heute sind es Teilnehmer mit großen Fußgruppen,  Wagen und z.T. auch Musikkapellen aus  Sommerhausen, Winterhausen, Frickenhausen, Gaukönigshofen (alle 2 Jahre), Giebelstadt, Marktbreit, Gnodstadt, Öllingen, Illesheim und Seinsheim etc. Auch hat sich eine sehr schöne Tradition bis heute gehalten: Ochsenfurter Firmen beteiligen sich aktiv am Umzug. Waren es früher  z.B. Firmen wie Elektro-Beck, so beteiligten sich später des Öfteren  REWE-Markt-Dehner, Bäckerei Spenkuch, Brautstudio Donna Magica und s’Käferle; in den  letzten Jahren waren es z. B. die Südzucker AG, Mc Donald’s und natürlich die beiden Brauereien (beide mit Freibier), die schon seit den Anfangsjahren dabei sind.  Über zehn Jahre erfreute sich auch der Krapfenexpress des Verkehrsvereins großer Beliebtheit, erfolgte doch die Verteilung von 1.000 Krapfen kostenlos. Nicht nur die Ochsenfurter Vereine, Musikkapellen  und viele Privatgruppen nehmen den Faschingszug als Showbühne wahr, sondern auch sporadisch Parteien, Kindergärten und die Grundschule (1990) präsentierten sich im  Ochsenfurter Gaudiwurm.

Eine Besonderheit hat der Ochsenfurter Faschingszug seit vielen Jahren vorzuweisen: den Wagen mit Bürgermeister und Stadträten, die mal als Leichtmatrosen oder als Spielkarten, Astronauten, Märchenfiguren, Zirkusakrobaten, Finanzhaie, Schotten, Raubritter, Zauberer, gute Geister, Zeitreisende aus der Zukunft, als Südseeurlauber  oder als Theater- und Kabarettdarsteller unter dem Motto "There's no business like Stadtratsbusiness" auftraten.

Seit 2009 ein ernstes Thema: Jugendschutz und Sicherheit

Aus gegebenem Anlass hatte die Stadt Ochsenfurt als Veranstalter des Faschingszuges ab 2009 in Absprache mit der Polizei und dem Kreisjugendamt Würzburg vor allem an die Verantwortlichen der am Umzug teilnehmenden Gruppen und auch an alle, die einen Ausschank betreiben, appelliert, ihrer sozialen Verpflichtung zum Schutze der Jugend nachzukommen! Seit Fasching 2009 grundsätzlich verboten ist deshalb allen Teilnehmern des Faschingszuges  die Ausgabe von Branntwein, branntweinhaltigen Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein nicht nur in geringfügiger Menge enthalten. Trotz dieser einschneidenden Veränderung in den Richtlinien zur Teilnahme am Faschingszug will die Stadt Ochsenfurt zusammen mit allen Mitwirkenden den Beweis antreten, dass sich Genuss von Alkohol und Feste nicht ausschließen müssen. In Absprache mit dem Kreisjugendamt Würzburg ist deshalb die Ausgabe von Bier, Wein, Sekt und Glühwein von den Faschingszugteilnehmern an die Zuschauer erlaubt, wobei das Jugendschutzgesetz unbedingt  zu beachten ist (s. u.).

Wer seinen Bierdurst  an den Löschfahrzeugen stillen lassen will, kann dies natürlich auch heuer wieder tun. Denn unsere beiden Brauereien stehen unter dem Motto „Jugendschutz ist unser Bier“ für einen genussvollen Bierkonsum. (Verantwortungsbewusste Veranstalter wollen beweisen, dass sich Biergenuss und Feste nicht ausschließen müssen  - siehe dazu auch den Leitfaden, den Private Brauereien zusammengefasst haben unter www.private-brauereien-bayern.de unter „Jugendschutz“).

Die Stadt Ochsenfurt leistet ihren Part, die oben genannten Vorschriften  zum Schutze der Kinder und Jugendlichen zu erfüllen, jedoch bleibt die gesetzliche, erzieherische und moralische Verantwortung der Eltern davon unberührt. Abgesehen davon, dass sie sich der moralischen Verantwortung entziehen, handeln Veranstalter und Gewerbetreibende ordnungswidrig, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig einem Kind oder einer jugendlichen Person ein alkoholisches Getränk abgeben oder ihm den Verzehr gestatten. Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen bis zu 50.000 € oder Freiheitsstrafen geahndet werden (§§ 27, 28 JuSchG).

An erster Stelle steht bei dieser Großveranstaltung, zu der sich der Ochsenfurter Faschingszug im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat,  die Sicherheit. Um diese zu gewährleisten, arbeiten seit Jahren alle Einsatzkräfte (Polizei Ochsenfurt, Feuerwehren aus Ochsenfurt, Darstadt, Tückelhausen und Zeubelried, BRK Ochsenfurt, Sanitätsdienst des  BRK Kreisverbandes Würzburg, Security-Unternehmen Arndt aus Würzburg) Hand in Hand; seit 2012 befindet sich die gemeinsame Einsatzleitung am Veranstaltungstag direkt im Mittelpunkt des Geschehens – im Rathaus.
 
Die Stadt Ochsenfurt als Veranstalter hat die Sicherheitsvorkehrungen von Jahr zu Jahr erhöht, wobei für Teilnehmer und Publikum  selbstverständlich der Spaß im Vordergrund stehen soll. Trotzdem muss allen klar sein, dass man sich selbst als „Narr“ im Fasching  nicht in einem rechtsfreien Raum bewegt! Aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und Eigenverantwortung der Gruppen gibt es seit mehreren Jahren auch keine Teilnahmemöglichkeit mehr für Kurzentschlossene am Veranstaltungstag!

Zudem besteht seit 2014 für bestimmte Faschingswagen TÜV-Pflicht. Die aktuelle Umzugsordnung wird  mit allen weiteren Unterlagen bei Interesse rechtzeitig jeweils vor der nächsten Veranstaltung zugeschickt.

Alle Zugteilnehmer müssen sich im Vorfeld bei der Stadt Ochsenfurt anmelden und über alle Hinweise zur Veranstaltung  informieren: Tel.: 09331/97-0 oder E-Mail: poststelle@stadt-ochsenfurt.de